Die Schmutzigen, die Häßlichen und die Gemeinen (1976) von Ettore Scola

Man sollte sich darauf einrichten, nach der Bekanntschaft mit diesem Miststück duschen zu wollen, denn der Dreck klebt hartnäckig. Randerscheinungen huren rum was das Zeug hält, verwalten und vergewaltigen sich nach bestem Wissen und Gewissen. In ihrer Vermehrung dehnen sie den Begriff der Verkommenheit und zelebrieren ihre Entstellungen in ihrem eigenen Mief und Saft. Häusliche Gewalt wird zur Normalität entstellt und über Omas Kopf und Rollstuhl hinweg ausgetragen. Vorsicht! Omas Rente! Während Oma sich englisch sabbernd vor dem Fernseher vergnügt, gehen die Enkel ihren beruflichen Tätigkeiten nach, im Überwiegenden Prostitution und Diebstahl. Sex sells. Herzlichen Glückwunsch. Dabei müssten sie gar nicht arbeiten. Papa Giacinto hats ja. Aber der totalitäre Giacinto ist nicht daran interessiert, es für jemand anders, als sich selbst auszugeben. Hoffnungslosigkeit bleibt der ständige Begleiter und die Hässlichkeit und Gemeinheit geht in einem ins Mark über, denn außer ihr kann dort nichts existieren. Dabei nimmt die Kamera jeden wackelnden Busen, jeden Schlüpfer und jedes noch so erdenkliche Anstößige in die Nahaufnahme, sodass man selbst Teil dieses pervertierten Aufmarsches ist. Die eigene Scham findet hier keine Erlösung, außer vielleicht im Abspann.

 

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