Before Night Falls (2000) von Julian Schnabel

Was „Before Night Falls“ letztendlich doch zum vielsagenden Film macht, ist eindeutig die Leistung von Javier Bardem. Man sagt immer, dass ein Schauspieler einen Film getragen hat, hier hat er ihn durch und durch gelebt. Das Bild von Kuba, es ist ein chaotisches. Die sexuelle Revolution macht aus jungen Wilde Halbstarke, die Revolution selbst aus Gewinnern Verlierern. Zwischen kubanischer Tradition, abgeschotteten Werten und einer förmlich zu spürenden Lebenslust und Freiheit, lernt man den 19-jährigen Reinaldo Arenas kennen, welcher mit einer ansteckenden Begeisterung und Gelassenheit durch das Leben geht und damit den starken Kontrast zwischen Freiheit und Ideologie herstellt.

Inspiration und Furcht liegen im Film immer klar beieinander. Klar, hält sich hier leider auch die Kritik in Grenzen. Überhaupt ist in dem ganzen Durcheinander und all der Länge kein Bezugspunkt, was vielleicht die Zeit damals widerspiegelt, in der Länge aber ab und an anstrengend gerät. Die Poesie, welche sich durch den Film zieht vermag es, einen mitzunehmen, aber oft unterbricht sie die emotionale Tiefe und Beziehungen der Charaktere.

Sehenswert ist „Before Night Falls“ dennoch, allein schon der Leistung Javier Bardems wegen, aber auch, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Freiheit sich in Unterdrückung verwandelt.

Advertisements