Tatort: Kleine Prinzen (2016) von Markus Welter

Tatort Luzern, Folge 979

In Luzern, da wird gepuzzelt. Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) müssen den Todesfall einer jungen Internats-Schülerin Ava Fleury (Ella Rumpf Capron) lösen, der sich schnell als Mord entpuppt. Denn LKW-Fahrer Fritz Loosli (depperter Fernfahrer) ist letztendlich nur über die bereits tote Schülerin (flüsternde Französin) gefahren, was auch ihr Vater (kühler Rächer) begreifen muss, der Gerechtigkeit um jeden Preis fordert.

Recht schnell kommen die Ermittler auf das Internat und finden dort mehrere Situationen bzw. Menschen vor, die vorher in Schubladen wie, verwöhnt und gefährlich, gepackt werden. Die Internatsleitung (bebrillter Hausdrache) und der Hausmeister (Ahnungslose Glühbirne) helfen bei der ersten Spurensuche. Avas Zimmergenossin (die schüchterne Blonde) hat was mit ihrem Kunstlehrer (der schüchterne Rothaarige), der von ihr deshalb erpresst wurde. Ihr ehemaliger Mitschüler (Hipster), vertickte Drogen und wurde von ihr verpfiffen und mit dem arabischen Prinzen (verwöhnter Narr) einer Diplomaten-Familie wollte sie nach London fliehen, was ebenfalls das Missfallen vom Hipster hervorrief, der im Internat übrigens eine Drogenhandlung mithilfe des pubertierenden Urin-Dealers (Quoten-Nerd) aufzog.

„Die Herren von der Fifa sind sehr enttäuscht darüber, dass ich ihr Mittagessen so schnell verlassen musste.“

Aber das wirkliche Problem ist hier der Diplomatenstatus der Herrscherfamilie und der verknallte Flückiger. Hinzu kommen die Kriminaltechnikerin (farbecht) und der Praktikant (Luftikus), der an den Ermittlungen beteiligt wird.

Tatort Luzern weiß eigentlich nicht so richtig wohin. Die beiden Kommissare Flückiger und Ritschard (launisch und gar nischt) ermitteln eher farblos, was durch die Synchronisation nicht gerade gewinnt. Auch die Chemie zwischen und mit den anderen Figuren will nicht so recht zünden und durch die äußerst geradlinige Ermittlung liegt der Fokus hier ganz besonders auf diesen. Leider fällt die Charakter-Zeichnung einseitig bis nullseitig aus und mündet bei fast allen Personen in Stereotypen, die ihrer Stellung nicht gerecht werden. Dramaturgisch ist dies jedenfalls nicht nachvollziehbar. So zeigt die Affäre mit dem Lehrer zwar, dass Ava nicht die nette Internatsschülerin von nebenan ist, aber für mehr Sinnfüllendes war offenbar kein Platz. Genauso verhält es sich mit der Dealer-Abzweigung. Narrativ fordernd war dies jedenfalls nicht, geschweige denn vorantreibend.

Ein Lichtblick dürften hier Kriminaltechnikerin Corinna Haas und ihr Techtelmechtel mit dem Praktikanten Silvan Bühler gewesen sein, aber auch die Aufklärung am Schluss war sehenswert. Ansonsten gibt es viele Schauplätze, aber wenig Zusammenhänge. Einige Puzzle-Teile passen nicht ins Bild der spannenden Krimi-Landschaft und so ziehen leider dramaturgische Schwächen und Längen das Fazit dieses Tatorts.

Regie: Markus Welter

Drehbuch: Stefan Brunner, Lorenz Langenegger

Darsteller: Stefan Gubser, Delia Mayer, Fabienne Hadorn, Jean-Pierre Cornu, Mario Furchs, Luc Feit, Urs Jucker, Flurin Gyger

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2 Gedanken zu “Tatort: Kleine Prinzen (2016) von Markus Welter

    • Das hoffe ich, sonst geht es noch einen Punkt runter. 😛 Nur Spaß… Ich habe kein Schwyzerdütsch gehört. Glaube nicht, dass die Schweizer beim Tatort eine Ausnahme machen. Außerdem sind manche Dialoge arg komisch geraten, wie z.B. der mit der Zimmerkameradin Avas und der Ritschard.

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