Gesneakt: Eddie the Eagle – Alles ist möglich (2016) von Dexter Fletcher

Das auf wahren Begebenheiten beruhende Biopic Eddie the Eagle handelt von Eddie Edwards (Tom Courtenay), dessen Wunsch es ist, zur Olympiade zu fahren. Mit welcher Sportart? Egal, Hauptsache Olympiade. In jungen Jahren, ist sein Knie zu instabil, weshalb er eine Schiene tragen muss, die seine Ärzte zu der Aussage nötigt, er möge doch lieber das Lesen anfangen und nicht mehr an Sport denken. Es ist allerdings ausgerechnet ein Buch über olympische Erfolge, dass dem jungen Eddie in die Hände gerät und aufgrund dessen man ihm den Wunsch, Olympia-Teilnehmer zu werden, nicht mehr ausreden kann. Der Schiene bald entledigt, enden mehrere Fehlversuche im Garten, mit leichten materiellen Schäden, aber nichts Ernstem. Während seine Mutter nicht bereit ist, ihn zu entmutigen, drängt sein Vater ihn dazu, Maurer zu werden und den Unsinn endlich sein zu lassen. Eddie aber denkt gar nicht daran aufzugeben und so landet er, mit den Ersparnissen der Eltern sowie deren Wohnmobil, in Deutschland, mit dem nun endgültigen Wunsch, Ski-Springer zu werden, da aufgrund seines Rauswurfs, Abfahrtsski nicht mehr in Frage kam.

In Deutschland angekommen, trifft er auf die laszive Petra (Iris Berben), welche ein Restaurant besitzt und ihm einen Job gibt sowie auf Bronson Peary (Hugh Jackman), einem versoffenen Schneepflugfahrer und ehemaligem Ski-Springer, der im weiteren Verlauf sein Trainer wird.

Eddie Edwards wurde 1988 dadurch bekannt, dass er mit einer miserablen und weit unter dem Durchschnitt liegenden Weite im Qualifikations-Springen, einen britischen Rekord aufstellte und sich so zur Olympiade in Calgary qualifizierte. Dort wurde der, etwas mehr auf die Waage bringende Edwards mit seiner dicken und charakteristischen Brille zum Underdog und Liebling der Zuschauer. Genau dieser Ausschnitt, mit einem zusätzlichen Ausflug in seine Kindheit, ist Inhalt und Hauptaugenmerk des Films.

Edwards ist mit einer gewissen Naivität ausgestattet, die keine Grenzen kennt. Immerwährend positiv verfolgt er sein Ziel und treibt andere damit zum Wahnsinn, erntet aber im weiteren Verlauf auch Achtung für seine Einstellung. Milchtrinkend und etwas verkappt nimmt er Bronson Peary für sich ein, dessen Karriere aufgrund mangelnder Ernsthaftigkeit und fehlendem Respekts gescheitert ist. Dieser, lehnt Edwards vorerst skeptisch, betont cool und lässig ab, sieht in ihm dann aber etwas, was ihm früher fehlte. Mit der Enttäuschung seines früheren Trainers Warren Sharp (Christopher Walken) im Nacken, hilft er Edwards, sich vorzubereiten bzw. sich nicht das Genick zu brechen und führt ihn schlussendlich auf die 90-Meter-Schanze, von der Edwards das erste Mal bei der Olympiade springt.

Der ungewöhnliche Eddie Edwards ist durchgehend im Fokus, während Randfiguren wie Petra und Warren Sharp eher Mittel zum Zweck sind. Das macht aber auch nicht viel, denn die Figur des Edwards weiß durchaus zu unterhalten und zu berühren. Und auch die Entwicklung Pearys ist schön mit anzusehen.Später, in einer kleinen Nebenrolle, ist auch noch Jim Broadbent (Harry Potter und der Halbblutprinz) als Kommentator zu sehen, der Edwards seinen Spitznamen verpasst. Ganz generell umrahmen Themen, wie Selbstvertrauen, Scheitern (und wieder aufzustehen) die Vorbereitungen Edwards, die manchmal ein wenig bemüht daherkommen. Zusätzlich wirkt die im Kontrast zu Edwards stehende betont lässige Art Pearys (rauchend beim Absprung) aufgrund der Thematik auch oft fehlgezündet. Die Zusammenführung von Biopic, Drama und Komödie gelingt somit leider nicht immer. Hier wäre sicherlich mehr drin gewesen.

Eddie the Eagle verbleibt als typisches, zu Herzen gehendes Feel-Good-Movie, das dem Thema allerdings nicht viel Neues hinzuzufügen weiß.

Regie: Dexter Fletcher

Drehbuch: Simon Kelton, Sean Macauley

Darsteller: Taron Egerton, Hugh Jackman, Iris Berben, Christopher Walken, Jo Hartley, Keith Allen, Jim Broadbent, Tim McInnerny, Edvin Endre, Mads Sjøgård Pettersen

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7 Gedanken zu “Gesneakt: Eddie the Eagle – Alles ist möglich (2016) von Dexter Fletcher

  1. Das klingt irgendwie genau so wie ich es erwartet habe 😀 aber gut, ich glaube, dass das Sportgenre eh nicht so viel zu bieten hat. da hängt dann einfach viel davon ab, wie gut die Schauspieler sind, damit man gut mitfiebern kann…

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