Das Goldene Lesezeichen – Oktober 2016

Media Monday, Das goldene Lesezeichen und vielleicht sogar noch die #5 Besten am Donnerstag. Wo soll das nur hinführen… In diesem Fall zu einer längst fälligen Auszeichnung.

lesezeichenDie Aktion Das Goldene Lesezeichen wurde von Ma-Go Filmtipps ins Leben gerufen. Fühlt euch frei, eure Lorbeeren ebenso zu verteilen. Mehr Infos gibt es unter dem Link.

Mein goldenes Lesezeichen geht diesen Monat an Sylvia Kling und ihrem lyrischen Blog. Sie schreibt Lyrik, lyrische Prosa und Prosalyrik und kann dem interessierten Leser und unwissenden Kreaturen wie mir, sicherlich auch den Unterschied dazwischen erklären. Genauer trifft es wohl aber ihr Vorstellungstext:

„Ich liebe Worte, die glühen, die brennen, die sich aneinander fügen und nicht zu bremsen sind. Es ist wie ein Traum; nein, ein Feuer in mir, ein wild schlagendes Herz (welches auch für Goethe schlägt, dieses exzentrische Genie voller Geheimnisse), ein Vulkan. Die Leichtigkeit, die Schwere, das Faszinierende, Ganze, das Vollkommene, Unendliche, das Erhabene, Besonnene; die Liebe, die Unergründliche.“

Sylvia Kling

Es ist immer schwierig über jemanden etwas zu sagen, der mit Worten umgeht, wie ich ansonsten mit Gewürzen. Während man meinen Rezepten die Experimentierfreude oft anmerkt, ist es bei Sylvia ein Genuss, sich in ihren Worten und deren Ergebnis zu verlieren. Mit Drei Mal* schafft sie es, wie auch in ihren anderen Gedichten, zwischen Sinnlichkeit und Verstand zu wechseln und den Leser dazu einzuladen, innezuhalten und nachzudenken. Ich habe Drei Mal exemplarisch rausgesucht, weil es mich in dem Moment, wo ich es las sehr abgeholt hatte. Ein Stöbern auf ihrer Seite lohnt sich dennoch (oder gerade deswegen), denn da gibt es noch viel mehr zu entdecken. Will sagen: Abonniert fleißig. Nun aber zum Beitrag:

Drei Mal

Ich kann nicht schlafen
ohne dich,
wechselte drei Mal
die Gewänder

Ich kann nicht ruhen
ohne deinem Atem,
zählte drei Mal
die Himmelsränder

Ich kann nicht berühren
deine zartblasse Haut,
wachte drei Mal
über deinem Kissen

Ich kann nicht hören
dein SchlafesStöhnen,
ich wurde drei Mal
ohne dich zerrissen.

©Sylvia Kling

*Dieser Text wurde mit der Genehmigung der Autorin übernommen. Er darf weder kopiert, noch entnommen und verändert werden.

 

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12 Gedanken zu “Das Goldene Lesezeichen – Oktober 2016

  1. Boah! Jetzt bin ich aber überrascht! Damit hatte ich gar nicht gerechnet. Also ehrlich mal, ich beschäftigte mich gerade mit einem Artikel „Wie man einem Autoren in die Fresse hauen kann“ – wie konträr – und lese das jetzt hier.
    Ich danke Dir von ganzem Herzen und bin sehr berührt! Jetzt verstehe ich das auch mit der „Ehre“ und ja! Es ist eine große Ehre für mich.

    Eine virtuelle Umarmung von mir für DICH!

    Sylvia

    PS: Willst Du das mit der Lyrik, Prosalyrik und lyrischen Prosa noch erklärt haben? Ich kann das auch ganz einfach – versprochen! 🙂 Na, vielleicht brauche ich auch mal Gewürzerklärungen (die gebe ich an meinen Koch weiter – zugegebenermaßen 🙂 ).
    Hab großen Dank nochmals – freu, freu.

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