Mommy (2014) von Xavier Dolan – Ungehörig!

Vörred: Jetzt muss ich mangels Verfügbarkeit von meiner chronologischen Reihenfolge abweichen, macht aber nichts. Mit Mommy greift Dolan wieder die Mutter-Sohn-Beziehung auf. Klare Sehempfehlung.

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Her Love Boils Bathwater (2016) von Ryōta Nakano – Mit der Suppenkelle nach vorn und immer weiter

Vörred: Wie ich bereits schrieb, habe ich es am Dienstag der Nippon Connection nicht mehr in den Eröffnungsfilm geschafft, da ich aber am Wochenende noch eine Pause hatte, habe ich mir Her Love Boils Bathwater im Vorführraum angesehen. Gut so. Diese fehlende Sichtung hätte ich tatsächlich bereut – für mich der schönste und auch traurigste Film der Woche.

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Herzensbrecher (2010) von Xavier Dolan – Dieses obskure Objekt der Vorstellungskraft

Vörred: Manchmal trifft auf jemanden und eine Vorstellung dieser Person schraubt sich traumschlossartig in unbestimmte Höhen, bestimmt das Denken und, zum Leidwesen des Verzückten, auch manchmal das Handeln. Meine Dolan-Reise geht weiter und es bleibt dabei, er ist ein ausgezeichneter Beobachter und schafft es zudem, ausgezeichnete Bilder seiner Eindrücke zu vermitteln. 

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I Killed My Mother (2009) von Xavier Dolan – Hass, Liebe, Hass, Liebe,…

Vörred: Xavier Dolan hatte offenbar das, was man eine schwierige Kindheit nennt, nimmt man seinen Regie-Erstling als einzige Referenz. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn einige Zuschauer finden sich sicherlich an der ein oder anderen Stelle wieder.

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Moonlight OmU (2017) von Barry Jenkins – Who is you?

VörreedBarry Jenkins bester Twist?

Genau. Gratulation an das Moonlight-Team zum Best Picture-Gewinn! Mehr als verdient.

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The Salesman (2017) von Asghar Farhadi – Wie man die bessere Welt begräbt

Vörreed: Mittags ins Kino. Normalerweise ist das nicht meine aktivste Zeit des Tages. Aber was tut man nicht alles für einen Asghar Farhadi-Film.
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Arrival (2016) von Denis Villeneuve – Abbott und Costello auf Safari

Bravo!

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Ich, Daniel Blake (2016) von Ken Loach oder Ich und die Hilflosigkeit

Huh, nur schnell raus aus dem Kino, mit dem Taschentuch an der Nase. So erging es wohl einigen nach diesem Film. War er aber tatsächlich einer goldenen Palme würdig?

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Paterson (2016) von Jim Jarmusch – Bonjour Tristesse

Nach Fantastic Beasts and Where to Find Them ging es gleich auf zu Paterson, auf den ich mich schon länger gefreut habe und ich sollte nicht enttäuscht werden – Jim Jarmusch at its best, Entschleunigung im Kino.

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Pelo Malo (2013/OmU) von Mariana Rondón #Favourites Filmfestival Bremen

pelo-malo-poster-01Pelo Malo oder Bad Hair steht für die Haare des neunjährigen Junior (Samuel Lange Zambrano), der sich nichts sehnlicher wünscht, als eine glatte Fönfrisur. Dies gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht, denn die wabenähnlichen Wohnsiedlungen Caracas in Venezuela haben für Ästhetik eher wenig Platz. Juniors Mutter Marta (Samantha Castillo) ist hingegen darauf aus aus Junior einen Mann zu formen, der der Gegenwart gewachsen ist. So betrachtet sie seine Hinwendung zum Äußeren mit Sorge und seine Ambitionen anders zu sein mit gezielter Abneigung. Feuer und Flamme für die Pläne des Enkels ist hingegen Juniors Oma Carmen (Nelly Ramos). Sie hat eigene Vorstellungen von dessen Zukunft und föhnt diesem manchmal heimlich die Haare oder singt mit ihm, während Juniors Mutter wieder auf Jobsuche ist, um ihn und seinen kleinen Brude Bebé versorgen zu können. Seinem Traum, einmal anders auszusehen, kann Junior zudem noch mit seiner Freundin Niña (María Emilia Sulbarán) nachhängen, welche für das anstehende Schulfoto schon das passende Kleid ausgewählt hat, während er von seinem Traum als Sänger zu posieren, noch viele Überredungsversuche weit entfernt ist.

Pelo Malo konnte auf dem Torino Film Festival in Italien den Publikumspreis ergattern und überzeugte sicherlich mit der Mischung aus Herz und Sozialstudie. Regisseurin Mariana Rondón wählte für die Dreharbeiten die Metropole Caracas aus, welche noch 2015 als gefährlichste Stadt der Welt galt. So hört man beim Spielen der Kinder oftmals Schüsse, die mit einer Mischung von Gewohnheit und Vorsicht spielerisch weggelächelt werden. Spiele, welche sich zwangsweise auf die riesigen Wohnblöcke erstrecken und durch deren soziale Umgebung geprägt sind. So reden beide Kinder häufig von der Möglichkeit  vergewaltigt zu werden oder davon, wie andere in diesem Teil der Stadt leben. Wie Gefängnisse oder Käfige erstrecken sich auch, die durch Wäschestücke verhängten Wohnungen würfelförmig in die Höhe. Dessen Bewohner, Produkt von Gewalt, Drogenhandel und Armut, können die Aussicht auf ein besseres Leben in der Sicht auf Nachbargebäude gleichgültig begraben, denn ein Entrinnen scheint hier unmöglich. So wackelt sich die Kamera von Micaela Cajahuaringa durch überfüllte Straßen, Dauerstaus und heruntergekommene Bauten, die wie auch andere in Vergessenheit geraten sind. Das Elend wabert über jeder Situation und man fragt sich schnell, wie hier Kinder unbeschwert aufwachsen sollen.

—Milde Spoiler—

In Pelo Malo geht es vor allem um Identitätsfindung und dem Wunsch eines Jungen, für einen kurzen Moment anders zu sein. Die Kluft zwischen Schutzsuche auf der einen und Entfaltung auf der anderen Seite kann jedoch nur in einer kompromisslosen Entscheidung resultieren. Folgen oder Untergehen sind die einzigen Alternativen, zwischen denen man in Caracas auswählen kann und so strahlt Martas ganzes Wesen die Härte einer Gesellschaft aus, der Junior nur mit wachen Kinderaugen begegnen kann, welche zwar unnachgiebig alles verfolgen, aber nicht sprechen dürfen.

Regie: Mariana Rondón
Drehbuch: Mariana Rondón
Produktion: Marité Ugás
Kamera: Micaela Cajahuaringa
Schnitt: Marité Ugás
Ton: Lena Esquenazi
Musik: Camilo Froideval
Szenenbild: Matías Tikas
Darsteller: Samuel Lange Zambrano, Samantha Castillo, Nelly Ramos, María Emilia Sulbarán

Vom 25.-29.05.2016 fand in Bremen das vierte Favourites Filmfestival statt. Dieses zeigt ausgewählte Filme, welche zuvor einen Publikumspreis von anderen Festivals erhalten haben , und spiegelt somit die Gunst der Zuschauer wider. Einen Nachschlag gibt es in Berlin, im September diesen Jahres. Mit dabei waren in Spielfilmlänge (Kurzfilme standen ebenfalls zur Auswahl):

Publikumspreis Giornate degli Autori – Venice Days, Italien:

Publikumspreis Torino Film Festival, Italien:

Publikumspreis Filmfest Amiens, Frankreich:

Publikumspreis Festival du Film Français d’Helvétie, Schweiz:

Publikumspreis Festival du Cinéma Espagnol de Nantes, Frankreich:

Publikumspreis Olhar de Cinema – Curitiba International Film Festival, Brasilien:

Extract – I AM THE PEOPLE by Anna Roussillon from hautlesmains prod on Vimeo.

Publikumspreis Sundance Film Festival, USA:

Publikumspreis Paris Cinema International Film Festival, Frankreich: