Tatort: Kartenhaus (2016) von Sebastian Ko

Tatort Köln, Folge 977

„Like the sand can seep right through your fingers so can all your days

As those days go by you’ll have me there to help you find the way.

The way I feel with you I know it’s got to last forever.

And when the rain begins to fall

you’ll ride my rainbow in the sky

And I will catch you if you fall

you’ll never have to ask me why.

And when the rain begins to fall I’ll be the sunshine in your life

You know that we can have it all and everything will be all right.”

Kartenhaus heißt der treffende Titel des heutigen Tatorts.

Die, kurz vor ihrem 18. Geburtstag stehende Laura Hartmann (Ruby O. Fee) baut sich selbiges, wenn sie in ihrem Zimmer tanzenderweise ihren Träumen nachhängt. Nebenan sticht ihr vorbestrafter Freund Adrian Tarrach (Rick Okon) schonungslos auf ihren Stiefvater ein. Ihre Mutter schwelgt zur gleichen Zeit in Madame Butterfly und wartet auf selbigen. Während das Pärchen schnell verschwindet, findet Fr. Hartmann ihren toten Mann auf dem Küchenfußboden. Laura selbst hat von alledem nichts mitbekommen und denkt, dass Adrian und sie verreisen werden. Die daraufhin anrückenden Hauptkommissare Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) werden nicht lange brauchen, um den Täter zu ermitteln. Schnell sind sie dem Pärchen auf der Spur.

„Sie lügt – er träumt.“ „Gefährliche Mischung.“

Dieser Tatort lebt durch die zwei flüchtigen jungen Menschen und schnell eröffnet sich dem Zuschauer die zugrunde liegende Dynamik der beiden. Pseudologia phantastica trifft auf verklärte Liebe.

Mit einer großen Portion Leidenschaft im Rücken steht der Roadmovie-Romantik hier nichts mehr im Weg und wird von den zwei Beteiligten beherzt umgesetzt. Mit schönen bildhaften Übergangen und einem annehmbaren Tempo reift diese Jagd zu einem Abgesang auf die üblichen Fesseln jugendlicher Liebe, die sich nur noch über Technik definiert. Freiheit, Liebe und Sex entgegen aller Widerstände. Rhythmisch durch die Plattenbauten ziehend, dürfen wir auf ein Ende hin mitfiebern, das unweigerlich einen konsequenten Abschluss finden muss. In diesem Tatort ist das gleichsam schön, wie schade. Wunderbar!

“Here I go out to sea again

The sunshine fills my hair

And dreams hang in the air

Gulls in the sky and in my blue eyes

You know it feels unfair

There’s magic everywhere

Look at me standing

Here on my own again

Up straight in the sunshine

No need to run and hide

It’s a wonderful, wonderful life

No need to laugh and cry

It’s a wonderful, wonderful life”

Regie: Sebastian Ko

Drehbuch: Jürgen Werner

Darsteller: Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär, Patrick Abozen, Bettina Stucky, Sami Asfour, Joe Bausch, Julika Jenkins, Thomas Bastkowski, Ruby O. Fee,  Aleksandru Cirneala, Rick Okon, Janos Tiborcz, Rainer Galke, Marie Bendig, Juri Rother

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