Wonder Woman (2017) von Patty Jenkins – Episch, schwungvoll strauchelnd

Vörred: Am Montag ganz beschwingt in die Sneak und siehe da… Die Ankündigung gab das Genre Fantasy vor, vorausgehend: überschwängliche Bewertungen – da blieb nicht mehr viel zur Auswahl (eher gar nichts) – und so gab es zu Beginn des Films dann auch keine große Überraschung. Die folgenden Sätze lassen ein gewisses Frustrationsniveau meinerseits erkennen unter dessen Einfluss die Sichtung ein wenig gelitten hat.

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Nebel im August (2016) von Kai Wessel – Die Geschichte von Ernst Lossa

Im Rahmen des Filmstöberns entdeckt und somit wenig Ideen gehabt, was dort auf mich zukommt. Nebel im August ist ein berührendes Drama, dass mit starken Schauspielern aufwartet und den Blick auf einen Teil der deutschen Geschichte lenkt, der zwar bekannt, aber nicht so häufig bebildert ist.

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Apocalypto (2006) von Mel Gibson – Ein bisschen Hirn bitte

Ich habe für ein paar Jahre genug Blut gesehen. Spätestens nach 30 Minuten Laufzeit weiß man, dass Mel Gibson für diesen Film verantwortlich ist.

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Arrival (2016) von Denis Villeneuve – Abbott und Costello auf Safari

Bravo!

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Dr. Strange (OV/2016) von Scott Derrickson und der Cloak of Disability

Strange: Im Cinemaxx meiner Heimat ist es offenbar ein Problem O-Ton und 3D gleichzeitig zur Verfügung zu stellen.

Warum das eine, wenn man das andere hat?!? Marvel scheint eine ähnliche Ansicht zu haben… Wer, wie ich, die Befürchtung hat, Benedict Cumberbatch im Originalton nicht verstehen zu können, der sei beruhigt. Der Brite hat sich einen schnörkellosen amerikanischen Akzent zugelegt, der sich vom sherlockschen Gemurmel deutlich unterscheidet. „Penguin“ kann er mittlerweile auch aussprechen.Weiterlesen »

10 Cloverfield Lane (2016) von Dan Trachtenberg und das Problem mit dem Umkehrschluss

Bei Hunden mit meist breiten und kurzen Köpfen gibt es ein Phänomen, das sich reverse sneezing, also umgekehrtes Niesen nennt. Dabei wird in kurzer Zeit geräuschvoll Luft durch die Nase eingesogen, bis der Anfall vorbei ist. Für den Hund ist das fast immer ungefährlich, für den Filmschaffenden kann es jedoch zum Problem werden. 

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It Follows (2014) von David Robert Mitchell – Das dem Untergang geweihte Es

© Weltkino Filmverleih
© Weltkino Filmverleih

Ein Glück habe ich die Inhaltsangabe vorher nicht gelesen, sonst hätte ich mir diesen Film wohl gar nicht erst angesehen. Nach Ich seh, ich seh flattert schon der zweite intelligente Gruselstreifen rein, der mir das Horror-Genre schmackhaft machen möchte. Wenn das Ergebnis so aussieht. Gern.

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The Jungle Book (2016) [OV] von Jon Favreau

Kurzinhalt

Der Inhalt des Dschungelbuchs dürfte hinlänglich bekannt sein. Das Findelkind Mowgli (Neel Sethi) wird von Wölfen im Dschungel großgezogen, kann sich als Mensch aber nicht richtig in das Rudel einfügen, obwohl ihm Panther Bagheera (Ben Kingsley) stets weise zur Seite steht. Gefahr droht Mowgli von Shere Khan dem Tiger (Idris Elba), der in dem Jungen eine Bedrohung sieht. Als dessen Schonfrist für Mowgli abläuft, muss dieser vor dem Tiger flüchten. Dabei trifft er nicht nur auf den gefräßigen Bären Baloo (Bill Murray), sondern auch auf die listige Schlange Kaa (Scarlett Johansson) und dem Herrscher der Affen King Louie (Christopher Walken). Mowgli muss sich entscheiden, ob er Shere Khan entgegentritt oder zu den Menschen flüchtet.

Through the decades

Insgesamt sieben Erzählungen sind es, die die originale Geschichte um Mowgli („Der Frosch“) erzählen. Dessen britischer Autor Rudyard Kipling (1865 in Bombay geboren und 1936 in London verstorben) beschreibt darin das Heranwachsen Mowglis und wie er sich zum Gebieter der Tiere hin entwickelt. „The Jungle Books“ und „The Second Jungle Book“ verfasste er 1894/1895 kurz nach seiner Heirat, wonach er für einige Zeit in den USA lebte. Bereits mit 41 Jahren erhielt er dafür den Literaturnobelpreis und gilt bis heute als der jüngste Preisträger. In den Erzählungen (welche hier beim Projekt Gutenberg gelesen werden können), geht es natürlich sehr viel nüchterner zu als in der bekannten und in Deutschland am erfolgreichsten Zeichentrick-Verfilmung von 1967. Darin wurde besonders die herzliche und musikalische Darbietung bekannt, und es gibt sicherlich niemanden mehr, der nicht auf Anhieb „Ich wär so gern wie du“ oder „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ anstimmen könnte.

Die Neuauflage kommt sehr viel düsterer, komplett animiert, übernimmt aber einzelne Stationen und Charakterzüge der bekannten Verfilmung. Über die FSK-Freigabe darf man deshalb auch geteilter Meinung sein. Ich schließe mich der Mehrheit ein und sage: Bitte? Ab 6 Jahre? Wer seine Kinder traumatisieren möchte, ist momentan im Kino gut aufgehoben… Spaß beiseite, und jetzt mal im Ernst: Ich halte den Film für Kinder für ungeeignet, auch in Begleitung Erwachsener.

Style…

Die durchgehende Animierung bekräftigt zuallererst die Leistung vin Jungdarsteller Neel Sethi. Während des Films ertappt man sich eventuell dabei, sich vorzustellen, wie er vor einem grünen Bildschirm hin- und herspringt. Beeindruckend. Da geht es über Bäume, durchs Wasser, durch vielfältige Kletterlandschaften und sattem Grün, wohin das Auge sieht. 3D hätte es da nicht gebraucht, und an manchen Stellen fand ich es sogar extrem störend, weil es doch recht unscharf wurde, wenn das Bild schnell wechselte. Auch die Tiere sind optisch liebevoll und detailliert gestaltet. Shere Khan sieht man die raue Seite des Dschungels an, während beim zotteligen Baloo jedes Haar zu erkennen ist. Schön ist ebenfalls die Farbgebung insgesamt, die einem das Gefühl gibt, außerhalb jeglicher Zivilisation zu sein.

… over Substance

Dafür holt einen die musikalische Untermalung auf den Boden der Tatsachen zurück, da man, zumindest nach der Musik zu urteilen, immer darauf vorbereitet sein sollte, dass gleich ein Affe explodiert, der Dschungel untergeht oder ein Raumschiff landet. Das bitte aber ganz dramatisch. Nicht so die einzelnen, neu produzierten Songs, die sich recht stimmig einfügen. Ob es an der röhrenden Musik oder der im Kontrast stehenden schleppenden Erzählung lag, kann ich nicht sagen, es fügte sich für mich jedenfalls nicht. Eigentlich besteht der Film aus drei, für sich stehenden Teilen. Einem inhaltlichen, einem visuellem und einem musikalischem.

Und auch der Inhalt glänzt wenig bis gar nicht. Man hat sich damit begnügt, die einzelnen Stationen abzuarbeiten sich aber nicht darum bemüht, sie zu verbinden. Manchmal hat das fast schon einen episodischen Charakter. Auch das Humoristische ist stellenweise schlecht getimed und deplatziert, vor allem Bär Baloo macht da keine gute Figur. Wer aber durchweg gut wegkommt, ist Shere Khan bzw. Idris Elba. Wenn er dem Wolfsnachwuchs erklärt, wie sich ein Kuckuck verhält, läuft einem durchaus ein Schauer über den Rücken.

Fazit

The Jungle Book begnügt sich mit wirklich schönen Bildern und verlässt sich ganz auf seinen Hauptdarsteller. Dies gelingt jedoch nur stellenweise und offenbart dadurch große erzählerische Hohlräume. Auch einen erzählerischen Bezugspunkt lässt der Film dadurch deutlich missen.