Einfach das Ende der Welt (2016) von Xavier Dolan – Im Schatten

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Her Love Boils Bathwater (2016) von Ryōta Nakano – Mit der Suppenkelle nach vorn und immer weiter

Vörred: Wie ich bereits schrieb, habe ich es am Dienstag der Nippon Connection nicht mehr in den Eröffnungsfilm geschafft, da ich aber am Wochenende noch eine Pause hatte, habe ich mir Her Love Boils Bathwater im Vorführraum angesehen. Gut so. Diese fehlende Sichtung hätte ich tatsächlich bereut – für mich der schönste und auch traurigste Film der Woche.

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Toni Erdmann (2016) von Maren Ade – Nackt durch die Globalisierung

Während ich damit beschäftigt war, mir Tränen aus dem Gesicht zu wischen, befand ich mich gleichzeitig in einem der nicht seltenen Lachanfälle. Es folgten viele ‚uh‘ – ‚uuoh‘, – ’nicht doch‘ – Momente. Bis zum Schluss bedacht, unausgeglichene Körperfunktionen wieder wegzusortieren, stellte ich mit Argwohn Bekleidung fest.

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Tatort (2016) Das Recht, sich zu sorgen von Andreas Senn

Tatort Nürnberg, Folge 988

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BR/ Claussen + Putz GmbH/ Hagen Keller

Nach „Der Himmel ist ein Platz auf Erden“, nun der zweite Tatort aus Nürnberg. Hauptkommissarin Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel; mittig im Bild) und Kollege Felix Voss (Fabian Hinrichs; links im Bild) bekommen es dieses Mal gleich mit 2 ½ Fällen zu tun. In einem Wirtshaus findet Steffi Schwinn (Barbara Prakopenka), die Tochter des Wirts Holger Schwinn (Jörg Witte) ihre Mutter erwürgt auf. Alles deutet sofort auf ihren eigenen Vater hin. Beim zweiten Fall handelt es sich um eine Ermittlung in Anatomie-Kreisen, wo ein Schädel nicht zum Skelett passt und sich Professor Magdalene Mittlich (Sibylle Canonica) vom Anatomischen Institut der Würzburger Universität große Sorgen um ihren Ruf macht. Sorgen macht sich auch eine andere Mutter: Lydia Eichbaum (Tessie Tellmann), die Tag für Tag vor dem Präsidium auftaucht und am Empfang darum bittet, ihren Sohn suchen zu lassen, der seit drei Monaten verschwunden ist und schließlich vor dem Präsidium campiert.

Der zweite Tatort aus Nürnberg kommt mit thematischen Überbau, der drei lose Geschichten miteinander zu verbinden sucht. Als Überschrift deklamiert der Titel das Recht, sich Sorgen zu machen. Und Sorgen sind es viele. Die Wirtstochter, die die elterliche Ehe auseinanderbrechen sieht, ein Paar, das sich um die Aufdeckung ihres Geheimnisses sorgt, die Anatomie-Professorin und schließlich besagte Mutter, die sich um ihren Sohn sorgt. Am Anfang noch nicht miteinander verbundene Ausschnitte verbinden sich zum Ende hin zu einem Ganzen. Gelingt die anfängliche Verknüpfung noch gut (großartig: „I can‘t stand the rain…“), wird zum Ende hin die Luft abgelassen, um der Thematik mehr Raum zu geben, was nur bedingt gelingt, aber ein schöner Ansatz ist. Überhaupt dürfte der Tatort Nürnberg, sofern er noch eine fränkische Schippe oben drauf legt, sehr sehenswert sein, da dieses Team wesentlich besser und unaufgeregter miteinander harmoniert, als andere.

Als Antwort auf all die Sorgen wird in diesem Tatort letztlich das Recht zu trauern angeführt, da fast alle Beteiligten an etwas festhalten, dass sie innerlich aufreibt. So lautet das schöne, aber auch etwas schwermütige Fazit: Manchmal muss man sich von etwas trennen oder lösen, um wieder Fuß fassen zu können.

Regie: Andreas Senn

Drehbuch: Beate Langmaack

Kamera: Holly Fink
Schnitt: Vera von Appeldorn
Musik: Fabian Römer

Darsteller: Dagmar Manzel, Fabian Hinrichs, Eli Wasserscheid, Andreas Leopold Schadt, Matthias Egersdörfer, Stefan Merki, Benjamin Griebel,  Jan Krauter, Frank Scharrer, Sibylle Canonica, Theresa Hanich, Tania Carlin, Nils Strunk, Yohan Kirschner, Karolina Lodyga, Lotti Kreitmeyr, Barbara Prakopenka, Jörg Witte, Sonja Tille, Tessie Tellmann, , Nadine Badewitz

Room (2015) von Lenny Abrahamson

—Spoiler ahead—

Wenn der kleine Jack (Jacob Tremblay) morgens seine Augen aufschlägt, blickt er neugierig umher, als sehe er zum ersten Mal seine Umgebung außerhalb des alten Bettes, auf dem er liegt. Durch Raum gehend, begrüßt er die Einrichtungsgegenstände und schnell wird dem Zuschauenden klar, dass die Verhältnisse in denen Jack lebt, alles andere als ideal sind. Außer dem Bett, gibt es noch eine Küchenzeile, ein winziges Waschbecken, eine alte Badewanne sowie einen Schrank. Aufgeregt über den bevorstehenden Tag, weckt Jack seine Mutter Joy „Ma“ Newsome (Brie Larson), denn er wird an diesem Tag fünf Jahre alt…

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